Die Geschichte der Jeans - Herkunft & Erfinder

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Die Jeans kann auf eine über 150-jährige, turbulente Geschichte zurückblicken. Wir lassen die wichtigsten Stationen Revue passieren. Außerdem gehen wir ausführlich auf die Geschichte des Jeans-Erfinders Levi Strauss ein, der als deutscher Auswanderer Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA die Jeans erfand.

 

 

 

 

 

(Flickr/carianoff)

Die Geschichte der Jeans im Überblick

1600
Erstmalige Produktion des Jeansstoffes Denim Anfang des 16. Jahrhunderts in Frankreich (Nimes).
1853 Jeans Levis Strauss fertigt die ersten Baumwollhosen für Goldgräber in
Amerika aus braunem Zeltplanenstoff. Die Bezeichung Jeans leitete sich von dem französischen Wort gênes (genuesische Seefahrerhosen) ab.

1873 Anmeldung des Patents für die Hosenverstärkung von Kupfernieten durch
Jacob W. Davis und Jeans Levis Strauss.

1882 Mit Indigo gefärbtes Denim wird als Jeansstoff verwendet.
1926 Die erste Jeans mit Reißverschluss.
1930 Damals noch verwendete Hosenträger werden bei der Jeans durch Gürtel
ersetzt.

1947 Durch die Einführung des Sanforized Verfahren wird das Eingehen der
Jeans beim Waschen stark reduziert.

1949 Die erste deutsche Jeans wird in Künzelsau in der Kleiderfabrik der L.
Hermann (heute Mustang Jeans) hergestellt.

1981 Waschung von Jeans mit Bimsstein und Enzymen für den „Stone Washed Look“.
1990 Aufkommen von weiteren Jeans Formen und Schnitten wie die Baggy Pants.
Krise der alten Label, viele Neugründungen von Jeanslabeln.

 

Die Geschichte der Jeans beginnt

Als Levi Strauss, ein deutscher Jude, 1847 nach Amerika
auswanderte, hatte seine Familie wenig bis nichts. Im Jahr zuvor war der Vater
des nunmehr 18-Jährigen verstorben. Der Weg in die USA war der letzte Ausweg.
Zwei Brüder, die bereits zuvor nach Amerika ausgewandert waren, sicherten das
Überleben der Armutsflüchtigen. Sie arbeiteten im Textilhandel und bald tat das
auch Levi Strauss.

Was folgte, ist ein Bilderbuchbeispiel des amerikanischen
Traums. Noch immer am Boden, noch immer bettelarm, hörte Levi Strauss 1853 den Ruf
des Goldrauschs – und folgte ihm. Mithilfe seines Schwagers und seines Bruders
machte er vor Ort einen Handel für Stoffe und Kurzwaren auf. Schnell wurde
Strauss klar, was für alle durchreisenden Goldgräber wichtig war. Dazu gehörten
auch besonders strapazierfähige Hosen, die er aus braunem Zeltplanstoff
fertigte. Auch wenn die Erlöse ausreichten, so gab es doch Probleme, da die
Hosentaschen für Goldgräber ungeeignet waren – nicht widerstandsfähig genug.

Die zündende Idee kam in der Folge aber nicht Levi Strauss,
sondern Jacob Davis, einem Schneider aus Riga, der die Idee hatte, mit Nieten
eines Pferdegeschirrs zu arbeiten. Allerdings fehlte im das Geld, um seine
Erfindung als Patent anzumelden. Strauss erkannte das Potential und griff dem
Schneider unter die Arme. Zusammen meldeten sie 1873 das Patent an und
kurbelten die Produktion an – mit überwältigendem Erfolg. Noch im selben Jahr
wurden fast 70.000 der neuartigen Hosen und Mäntel aus Denim, dem heutigen
Jeansstoff, verkauft. Der Grundstein für den Erfolg der Jeans war gelegt.

In den Folgejahren expandierte Levi Strauss. Neue Fabriken
wurden eröffnet, hunderte Mitarbeiter eingestellt. Heute gilt Levi Strauss
zusammen mit Jacob Davis als Erfinder der Jeans – und Levi’s als größter
Jeanshersteller der Welt. Zusammen schrieben sie die Anfänge der Geschichte der
Jeans. Strauss starb kinderlos 1902 im Alter von 73 Jahren.

Die Jeans erobert die Welt

Die Jeans wurde auch nach Strauss‘ Tod fleißig
weiterentwickelt. Neue Verfahren sprießten aus dem Boden, neue Formen wurden
ausprobiert, der Reißverschluss eingeführt und die noch immer vorhandenen
Hosenträger durch den Gürtel obsolet gemacht. Dazu gab es dutzende
Neugründungen von Jeanslabeln, wie Blue Bell (später  Wrangler) oder Lee, die die Geschichte der
Jeans vorantrieben.

 Aber: Noch immer war
die Jeans (in den 20er Jahren kam der Begriff Blue Jeans durch die
Indigofärbung auf) fast ausschließlich in den USA erfolgreich. Die größte
Tragödie des 20. Jahrhunderts – der zweite Weltkrieg – brachte schließlich die
Jeans nach Europa. Getragen von amerikanischen Soldaten, erregte die Jeans bald
viel Aufsehen. Die Vorteile wurden schnell erkannt. Mehr bedurfte es nicht,
damit die Geschichte der Jeans auch in Europa geschrieben werden konnte. Trotzdem
war der Stand der Jeans anfangs nicht immer einfach. Sittenwächter sahen in der
Jeans ein Symbol gegen Tradition, später wurde das Tragen der Jeans in der DDR
zeitweise sogar verboten.

Spätestens in den 60er Jahren kam es dann zum großen
Jeansboom. Jeans wurden zum Freiheitssymbol einer ganzen Generation. Die Jeans
war nicht länger Arbeiterkleidung für Bergarbeiter, Cowboys oder Landarbeiter,
sondern ein Statement.  Der Weg zur
Alltagshose war geebnet. Bereits 1969 schrieb ein Autor des Magazins American
Fabrics: “Denim ist einer der ältesten Stoffe, trotzdem bleibt er für immer
jung.”

Auch in Asien und dem Rest der Welt war die Jeans ab Mitte
des 20. Jahrhunderts im Kommen. Verschiedene japanische Labels konnten mit
Stretch-Jeans auch in Europa Erfolge feiern. Der Jeans-Markt war global
geworden. Viele Labels sprießten aus dem Boden, einige mehr, andere weniger
erfolgreich. Ein Massenmarkt war entstanden, den sich die wenigen Großen
teilten und den kleinen wenig Luft zum atmen ließen – aber das sollte sich
ändern.

Die Jeans im Wandel – Krise und Auferstehung

Ein Wendepunkt in der Geschichte der Jeans beginnt Ende des
20. Jahrhunderts. Jahrelang blieb die Jeans wie sie war. Praktisch,
widerstandsfähig, immer gleich. Keine besonderen Schnitte oder Formen. Dann
kamen die 90er und alles änderte sich. Jeans wurden tiefer getragen, die
Baggy-Pants eroberten die Welt, die aufkommende Hop-Hop-Szene entdeckte die
Jeans für sich. Die großen Drei – Levi’s, Wrangler, Lee – verschliefen den
Trend und öffneten Mitbewerbern Tür und Tor. Neue Labels erkannten ihre Chance
und sprangen in die entstandene Lücke.
Die Traditionalisten reagierten spät,
aber sie taten es. Zweitlabels wurden gegründet, um neuen Zielgruppen
gerecht zu werden. Das Ruder wurde rechtzeitig rumgerissen und der Markt erholte
sich.

Dann kam das 21. Jahrhundert und wieder änderte sich die
Geschichte der Jeans. Das Millennium begann mit etwas, dass als die große
Jeanskrise in die Geschichte einging. Was war passiert? Nach fetten
Gewinnjahren stagnierten die Umsätze bei den großen Jeans-Herstellern,
teilweise sorgten sogar Verluste für großes Aufsehen. Wieder hatte sich der
Markt geändert. Die klassische Jeans war ein Auslaufmodell. Neue Zielgruppen
entstanden, die Ansprüche wurden vielfältiger. Denim war auf dem Rückzug, andere
Stoffe plötzlich gefragt. „Die blaue Wand“, wie es der deutsche Geschäftsführer
der VF Corporation, der größte Jeans-Konzern der Welt, formulierte, war nicht
mehr die Lebensrealität, nicht mehr das Ziel der Massen, die mehr
Individualität wollten, forderten und kauften.

Doch das Ende der Geschichte der Jeans war damit nicht
erreicht. Auch die klassische Denim-Jeans überlebte diese Krise, indem sie sich
anpasste. Heute hat jeder Deutsche durchschnittlich sieben Jeans im
Kleiderschrank. Und ein Ende des Jeans-Wahns ist nicht abzusehen. Eins ist
sicher: Die Zeiten werden sich wieder ändern, aber die Jeans wird bleiben. Wie
sie dann aussehen und gemacht sein wird? Nun, finden wir es heraus.